Liebe Flossbesucherinnen, liebe Flossbesucher
Bloss kein Floss!
Basel hat viele wilde Männer, aber nur zwei, die mit einem Floss am Rheinufer landen. Der eine kommt im Januar efeubekränzt und mit bunten Äpfeln bestückt, der andere im Juli lorbeerbekränzt, ein Krattiger, mit einem bunten Kratten voll Musik. Den Lorbeerkranz hat er übrigens von mir. Weil ich finde, dass er ihn verdient hat. Er blieb stur für die Kultur. Denn was wäre Basels Sommer bloss ohne Floss? Mit dem Floss bleibt der Traum von einem Basler Kultursommer am Fluss im Fluss. Eine Bühne am Rhein wär doch ein reines Vergnügen. Eine Bühne für Musik, Openair-Kino, Theater, Tanz, Fussballspiele ... am besten vor der geöffneten Kaserne, wo die Stadt eine uferbetreppte Rhein-Scala einrichtet ... Das wäre dann die neue Kulturschifflände, wo die Kultur an lauen Sommerabenden Frischluft atmet, ein Ankerplatz für Verliebte, Daheimgebliebene, Mauer- und andere Segler, Griller und Chiller, Dandies mit Handies, Berufskleinbasler und Grossstadt-Grossbaslerinnen. Gastronomen und Astronomen, für Nörgeler und Handörgeler, Singer und Sänger, Tänzer und Glänzer, für Dich und mich
Beat von Wartburg
www.imfluss.ch – diese Internetadresse ist Programm. Wir Baslerinnen und Basler wissen dies nun schon seit elf Jahren. Das Floss geht auch heuer vor Anker. Ich gehe jede Wette ein, dass es Tino Krattiger und seinem Team einmal mehr gelingt, uns die Sommerabende vom 27. Juli bis zum 14. August mit einem gewohnt vielseitigen musikalischen Programm vergnüglich zu gestalten. Das Floss liegt nicht nur im Fluss (eigentlich müssten wir ja sagen: «im Bach»), es bleibt im Fluss. Dies haben seine Macherinnen und Macher stets bewiesen.
Den Anwohnerinnen und Anwohnern danke ich, dass sie dem Floss und dessen Veranstaltungen mit Verständnis begegnen. Ich wünsche mir, dass sie die Konzerte ebenso geniessen wie die vielen tausend Besucherinnen und Besucher, die das Floss inzwischen jedes Jahr von nah und fern anzieht. Der Floss-Crew danke ich, dass sie nun im elften Jahr darum besorgt ist, das Kulturleben in unserer Stadt zu bereichern. Die alten Griechen hatten wohl nicht ganz unrecht mit ihrer Flusslehre, wonach alles fliesse und nichts bleibe. Alles? Das Floss zumindest bleibt. Erfolgreich – und «im Fluss» eben.
Regierungsrat Hanspeter Gass Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartementes Basel-Stadt
Eisbrecher und Stadtpiraten
Am Morgen des 13. Juli 2000 warf ein Floss zum ersten Mal seinen Anker an den hiesigen Gestaden der Kleinen Stadt Basel. Und auf einem schmalen Beiboot setzten sie über, an Land, die Stadtpiraten und Kulturwegelagerer. Nahmen Ufer und Strom in Besitz. Die Bürger waren in Aufruhr. Rasch wurde die Wäsche eingeholt und Väter sperrten ihre Töchter weg. Haus und Hof gerieten niet- und nagelfest. Am selben Abend noch, zur Stunde der Hoffnung, wurde der Stadtrat einberufen und Notstandsgesetze in der Folge eiligst verfasst. Danach tagten Gerichte. Es wurde geteert und gefedert. Die Söhne brachen mit den Oberen dieser Stadt. Und Töchter schlugen ihre Mitgift aus. Die Gemüter brannten lichterloh. Die Kultur: sie war im Fluss. Und heute? Aus der ehemaligen Eiszeit ist Tauwetter geworden. Das Floss, einst Eisbrecher, hält nun mit leichteren Segeln Kurs. Im Fluss ist eine Geschichte, eine junge Geschichte. In jedem Fall keine «Gutenacht»-Geschichte. Das Floss – es ist euer Floss. Ihr seid das Floss. Tino Krattiger |